Angeboren,nicht kupiert
Manche Australian Shepherds kommen mit einer von Natur aus verkürzten Rute zur Welt. Das ist keine Laune der Natur und kein Zufall, sondern eine dominante Genmutation: Ein einziges Exemplar davon genügt, damit ein Hund die kurze Rute zeigt.
Für diesen Hund selbst ist das ohne Folgen. Er ist gesund, er darf gezeigt werden, und er darf in die Zucht. Das Zuchtprogramm dieser Rasse verlangt dafür nur, dass die Rute klinisch beurteilt und der Befund schriftlich festgehalten wird, damit später niemand raten muss.
Kupieren, also das Kürzen der Rute durch einen Eingriff, ist in Österreich verboten. Eine angeborene Stummelrute sieht dem Ergebnis eines solchen Eingriffs zum Verwechseln ähnlich. Deshalb gehört zu einem stummelrutigen Welpen ein tierärztlicher Vermerk, der festhält, dass die Rute angeboren ist — warum eine kurze Rute ein Attest braucht.
Zwei davonverträgtkein Embryo
Ein Welpe, der das Gen von beiden Eltern erbt, wird nicht geboren.
In doppelter Ausführung wirkt diese Mutation als Letalfaktor: Die Entwicklung bricht im Mutterleib ab. Werden zwei stummelrutige Hunde miteinander verpaart, sterben rechnerisch ein Viertel der Embryonen noch vor der Geburt. Sichtbar ist davon nur eines — der Wurf fällt kleiner aus.
Deshalb ist diese eine Verpaarung ausgeschlossen. Nicht die kurze Rute, nicht der Hund, der sie trägt, sondern die Kombination. Ein stummelrutiger Hund darf gezüchtet werden, wenn der Partner eine vollständige Rute hat. Dann kann kein Nachkomme das Gen doppelt bekommen.
Das Qualzuchtpräventionsprogramm dieser Rasse stützt sich dabei auf das Tierschutzgesetz: Wer wissentlich Nachkommen erzeugt, die nicht lebensfähig sind, betreibt Qualzucht. Das ist verboten, unabhängig davon, ob am Ende jemand etwas davon bemerkt.
Am Welpenist davonnichts zu sehen
Ein Wurf mit sechs Welpen sieht aus wie ein Wurf mit sechs Welpen. Ob es acht hätten sein können, steht in keinem Papier, das Ihnen jemand zeigt, und ist an keinem der Tiere abzulesen. Auch die Hündin verrät es nicht.
Und die Rute des Welpen vor Ihnen beantwortet die Frage ebenfalls nicht: Eine vollständige Rute schließt nicht aus, dass der Wurf aus einer unzulässigen Verpaarung stammt. Auch aus ihr gehen Welpen mit vollständiger Rute hervor — nur eben weniger, als es hätten sein können.
Die Entscheidung fiel Monate früher, bei der Wahl des Deckrüden. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch überprüfbar. Am Abholtag ist sie es nicht mehr.
Bei dieser Rasse gibt es einen zweiten, weit bekannteren Fall derselben Logik: die Merle-Zeichnung, bei der ebenfalls die Verpaarung entscheidet und nicht das einzelne Tier. Darum geht es hier nicht — dazu gibt es eine eigene Seite.
Die Frage,die Siestellen können
Sie müssen keine Ruten beurteilen und keine Erbgänge nachrechnen. Ob beide Elterntiere nach dem Programm dieser Rasse zuchttauglich befundet waren und ob die Verpaarung zulässig war, steht im Zertifikat des Welpen. Es wird nur ausgestellt, wenn beides zutrifft.
Auf der Urkunde steht ein Kontrollcode. Den tippen Sie von Hand auf der ZEUS-Website ein und sehen selbst, ob das Zertifikat echt ist und zu diesem Hund gehört. Für Sie kostenlos.
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